nach Herbert Pforr: „Das Freiberger Silberbergwerk
Himmelfahrt-Fundgrube 1168-1969“
| 1384 |
Älteste urkundliche Erwähnung des Namens „Reiche
Zeche“ |
| 1841 |
Durch die Himmelfahrt-Fundgrube wird das
Schachtabteufen des Richtschachtes begonnen und in der
letzten Betriebsperiode (v.a. 1953 bis 1969) durch den
Nachfolgebetrieb VEB Bleierzgruben „Albert Funk“ bis auf
die Endteufe von 724 m fortgesetzt. Der Richtschacht
löst den seit dem 14. Jh. Betriebenen Alten
Reiche-Zeche-Schacht ab, der bis 1969 als
Materialschacht betrieben und danach verfüllt wurde.
Seine Halde ist erhalten geblieben. |
| 1847 |
Einbau eines Kehrrades ( ca. 12 m Höhe)
am Richtschacht in 65 m Teufe. Radstube heute wieder
zugängig. Sie war nach 1888 verfüllt worden. |
| 1888 |
Mobile Dampffördermaschine löst Kehrrad
ab (Fördermaschine steht heute am Dreibrüderschacht). |
| 1897 |
Verbesserte Dampffördermaschine
(Bobine), deren Gebäude mit Schichtglockenturm und Uhr
noch erhalten ist, ebenso das zugehörige Kesselhaus mit
hohem Ziegelschornstein. |
1919
bis 1937 |
Experimentierschacht für die Lehrgrube
der Bergakademie, z.B. für Praktikum Schachtförderung |
1937
bis
1969 |
Förder- und Wetterschacht in der Phase
der Erzgewinnung durch Sachsenerz AG, SAG WISMUT sowie
VEB Bleierzgruben „Albert Funk“, zuletzt Bergbau- und
Hüttenkombinat Freiberg. 1953 neues Stahlförder-gerüst
und Fördermaschine. Tagesanlagen werden erweitert. Die
Halde wird zu einer der Freiberger Großhalden, die 1969
bis 1990 durch Haldenrückgewinnung teilweise abgetragen
wurde und heute unter Denkmalschutz steht. |
1969
bis 1980 |
Schacht ist teilverwahrt,
Fördermaschine wird demontiert und im Altenberger
Zinnbergbau aufgestellt. |
| 1981 |
Schacht wird bis 150 m Teufe
rekonstruiert und mit kleiner Fördermaschine vom
Thurmhofschacht als Seilfahrts- und Wetterschacht der
Lehrgrube der Bergakademie wieder in Betrieb genommen.
Die Tagesanlagen bleiben mit Ausnahme des Steigerhauses
(Markscheidegebäudes) in Trägerschaft des Bergbau- und
Hüttenkombinates „Albert Funk“. |
1981
bis
1994 |
Schacht und angeschlossenes Grubenfeld
werden bis Niveau 1. Sohle (- 150 m) bzw.
Rothschönberger Stolln (- 230 m) aufgewältigt und mit
technischer Ausstattung versehen, die den bis 1969
vorhandenen Zustand denkmalgerecht rekonstruiert und
zugleich modernere technische und wissenschaftliche
Ausstattung für die Universitätsausbildung neu
hinzugefügt. Beispiele: Bohrhämmer, Bohrwagen,
E-Lokförderung, Schachtsignalgebung für 3-Sohlenbetrieb,
Streckenvortriebsort, Erzgewinnung im Firstenstoßbau,
Aufwältigen und Ausstattung historischer Grubenbaue des
14. bis 20. Jh., Untertage-Physik-Meßstation,
Praktikumsorte für geologisch-lagerstättenkundliche
Erkundung, für Markscheidewesen, Geotechnik und
Bergbautechnologie. Für die Studenten und Besucher
wurden mehrere bergbauliche und geologische
Befahrungsrouten erschlossen. |
ab
1992 |
Das Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ und
„Alte Elisabeth“ wird außer für Ausbildung und Forschung
an Hochschulen und Universitäten auch als
„Besucherbergwerk Freiberg“ genutzt (Bildung, Erlebnis,
Tourismus). Die Himmelfahrt Fundgrube ist das letzte
noch betriebene sächsische Silberbergwerk mit
Seilfahrtschächten, welches nach dem Bergrecht noch als
in Produktion befindliche Grube geführt wird. |
| 1993 |
Rückgabe der Tagesanlagen des
Schachtes „Reiche Zeche“ durch den letzten
Bergbautreibenden an die TU Bergakademie Freiberg. |