Chronik der „Himmelfahrt-Fundgrube“

nach Herbert Pforr: „Das Freiberger Silberbergwerk Himmelfahrt-Fundgrube 1168-1969“

1715 Betriebsbeginn der „Himmelfahrt-Fundgrube vor dem Donatsthore“ durch Neubelehnung in einem älteren Bergbaugebiet
1752 Vereinigung mit Abraham-Fundgrube
1761 Die Alte-Elisabeth-Fundgrube wird Beilehn der „Himmelfahrt-samt-Abraham-Fundgrube“.
ab
1828
Betriebskonzentration: Durch Reicherzfunde an Gangkreuzen erwirtschaftet die „Himmelfahrt-Fundgrube“ Überschüsse, die zur Betriebserweiterung und Betriebskonzentration mit genutzt werden. Viele ehemals selbstständige Freiberger Bergwerke werden dadurch bis etwa 1850 zur größten sächsischen Silbererzgrube vereinigt. Dazu gehören die Fundgruben „Alte Elisabeth“ und „Reiche Zeche“. Die „Reiche Zeche“ ist diejenige Grube im Freiberger Revier (und damit im sächsischen Silberbergbau), die den ältesten urkundlichen Nachweis hat (1384). Ihre Grubenbaue sind bis heute lokalisierbar. Einige Bereiche des 14. Jh. sind sogar noch befahrbar (z.B. Alter Fürstenstolln, Eselstolln).
Folgende Schächte, deren Tagesanlagen bis heute die Freiberger Denkmallandschaft prägen, wurden im 19./20. Jh. Durch die „Himmelfahrt Fundgrube“ neu geteuft, weitergeteuft und modernisiert: Davidschacht, Reiche-Zeche-Richtschacht, Thurmhofschacht, Rote-Grube-Schacht, Kobschacht, Juliusschacht, Alte-Elisabeth-Schacht, 6. obere Maß Thurmhofschacht. Sie waren überwiegend noch bis zur letzten Betriebseinstellung im Revier als Förder- und Wetterschächte in Betrieb. Ihr zugehöriges Grubenfeld in Teufen bis 800 m war zu einem großen Verbundbergwerk zusammengeschossen.
1913 Zwischenzeitliche Stillegung der Bergwerke im Freiberger Revier bis 1937
1919 Übernahme der Schächte „Alte Elisabeth“ und „Reiche Zeche“ mit dem Kerngebiet des Himmelfahrter Grubenfeldes oberhalb des tiefsten Stollens (Rothschönberger Stolln) durch die Bergakademie Freiberg, die das Bergwerk als Lehrgrube „Alte Elisabeth“ und Lehrgrube „Reiche Zeche“ bis 1937 betreibt.
1937 Vorbereitung der Wiederinbetriebnahme der Himmelfahrt-Fundgrube für Erzgewinnung durch Sachsenerz AG. Dazu werden die tiefen Grubenbaue gesümpft und die Hauptschächte rekonstruiert (Davidschacht, Reiche-Zeche-Schacht). Nur der Alte-Elisabeth-Schacht wird in diesem neuen Verbund durch die Bergakademie als Lehrgrube bis 1969 weiterbetrieben.
1969 Letzte Stillegung aller Freiberger Erzgruben. Die Lehrgrube „Alte Elisabeth“ ist wegen Fehlens eines zweiten Schachtes nicht betriebsfähig.
1981 Rekonstruktion und Wiederinbetriebnahme des Schachtes Reiche Zeche durch die Bergakademie Freiberg und Wiedereröffnung der Lehrgrube.
1981
bis
1994
Aufwältigung von Grubenbauen der Himmelfahrt-Fundgrube aus der Zeit vom 14. bis 20. Jahrhundert, Ausstattung mit historischer und moderner technologischer Ausrüstung, Nutzung als Lehrgrube der Bergakademie für die Ausbildung von Studenten montantechnischer und geowissenschaftlicher Studienrichtungen sowie als Experimentierfeld für Forschung und Geräteerprobung.
ab
1992
Die Himmelfahrt-Fundgrube, begrenzt durch die Schächte Ludwigschacht, Kobschacht, Wiesenschacht, Thurmhofschacht und Davidschacht, wird durch die TU Bergakademie Freiberg als Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ und „Alte Elisabeth“ betrieben. Der Förderverein „Himmelfahrt Fundgrube“ Freiberg/Sachsen e.V. ist Partner beim Betreiben des Besucherbergwerkes.

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